Bau einer Kinder- und Krankenstation in Dombiadji (Guinea)

Männer und Frauen waren krank, weil sie arm waren und sie wurden noch ärmer, weil sie krank waren und kränker, weil sie ärmer waren.

Charles-Edward Amory Winslow, 1951

Bau einer Kinder- und Krankenstation in Dombiadji (Guinea) - zum Jubiläum ein Großprojekt


Der Lions-Club Datteln-Waltrop wurde am 13. März 1977 gegründet und am 15. April 1978 gechartert.

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums 2018 empfahlen die Mitglieder des Clubs der Fördergesellschaft ein Großprojekt durchzuführen: den Neubau einer Kinder- und Kranken-station in Dombiadji in Guinea. Ziel des Projektes ist die Sicherstellung einer angemessenen Gesundheitsversorgung in Dombiadji. Patienten sollen ausreichend und gut versorgt werden können.

Unter dem besonderen Gesichtspunkt des 40jährigen Jubiläums des Lions-Clubs Datteln – Waltrop und des 100jährigen Jubiläums von Lions International fand die Idee eines größeren internationalen Projektes in unserem Club großen Zuspruch.

Hintergrund war, dass Hans-Günter Benthaus, Mitglied unseres Clubs, von Amadou Diallo, einem gebürtigen Guinean und Dieter Anders angesprochen wurde, ob Lions in der Lage wäre, bei einem Umbau oder Neubau der Krankenstation in Dombiadji zu helfen.

Das Heimatdorf von Amadou Diallo ist Dombiadji in Guinea/Präfektur Gaoual/Unter-Präfektur Koubia/Bezirk Dombiadji, liegt im Landesinneren Guineas und zählt zu den ärmsten Gegenden der Welt.

Die Kindersterblichkeit in Dombiadji ist dramatisch hoch. Für die circa 10.000 Einwohner im Umkreis von 25 km gibt es nur eine einzige Krankenstation ohne jegliche öffentliche Verkehrsmittelanbindung. Deshalb müssen die kranken Menschen oft laufen oder werden von Verwandten getragen.

Ist-Zustand der Kinder- und Krankenstation in Dombiadji (Guinea)

Die jetzige Krankenstation in Dombiadji wurde im Jahre 1950 erbaut und ist in einem desolaten Zustand. Die schlimmen hygienischen Bedingungen sind Gefahr für jeden Patienten, sich mit Keimen anzustecken. Da die bauliche Substanz der jetzigen Krankenstation in einem so schlechten Zustand ist, kann diese weder renoviert noch saniert werden. Das Inventar ist veraltet und verrostet, Strom und Wasser gibt es nicht. Behandlungen wie zum Beispiel Entbindungen erfolgen während der Nacht mit Hilfe von Taschenlampen oder Fackeln, was eine zusätzliche Komplikation für Mutter und Kind darstellt.

In der Krankenstation von Dombiadji arbeiten zurzeit ein staatlich examinierter Krankenpfleger, der gleichzeitig der Chef der Station ist, ein Krankenpflegehelfer, eine Krankenpflegehelferin und eine Hebamme. In der Regenzeit kommen etwa 100-150 Menschen am Donnerstag, wenn der Wochenmarkt ist, an den anderen Tagen täglich 50 Menschen zur Behandlung in die Krankenstation. In der Sommerzeit kommen am Donnerstag etwa 70-80 und an den anderen Tagen etwa 20-30 Menschen. Ein Arzt ist etwa ein bis zweimal in der Woche anwesend und wenn zusätzlicher Bedarf ist.

Die nächste, etwas größere Krankenstation befindet sich im 30 km entfernten Koubia und das nächstgelegene kleine Krankenhaus in dem 70 km entfernten Gaoual. Es gibt in Guinea keine Hausärzte wie in Deutschland. Die Krankenstationen übernehmen die Aufgabe des Hausarztes: sie sind die erste Anlaufstation, oder, wenn die Krankheit in diesen Stationen und Zentren nicht behandelt werden kann, müssen die Patienten zunächst zum nächsthöheren Zentrum nach Koubia, danach nach Gaoual oder in das Regionalkrankenhaus nach Boké.

Allerdings sind die Straßen in einem derart schlechten Zustand, dass die Patienten im Notfall nicht ohne Weiteres zu den weiter entfernten Stationen kommen können.

Das Gebäude heute


Die Bilder zeigen deutlich, dass hier dringend Hilfe notwendig ist. Die Region kann ein derartiges Projekt nicht stemmen. Daher entstand die Anfrage bei Lions, ob sie als große Hilfsorganisation Möglichkeiten zur Hilfe sieht.

Krankenzimmer, Behandlungs- und Entbindungsraum zugleich heute


So soll es werden



Die Kinder- und Krankenstation wird auf einem Grundstück von 10.000 qm (100 m x 100 m) gebaut, schlüsselfertig übergeben, zum Betrieb bereit und inklusive sämtlicher Außenanlagen.

Sie besteht aus insgesamt 5 Gebäuden (bezeichnet mit A bis E) und einem Nebengebäude.

  • A = Krankenstation
  • B = Ambulanz, Apotheke
  • C = Technik, Vortragsraum, Küche, Gästezimmer
  • D = Op-Raum, Labor, Sonografie, Sterilisation
  • E = Abschiedsbereich

In der Kinder- und Krankenstation sollen künftig bis zu 20 Betten belegt werden können. Es wird ferner einen kleinen Operationssaal, einen Raum für Entbindungen, verschiedene Funktionsräume wie Untersuchungs- und Ver- und Entsorgungsräume, sowie in vier kleineren Nachbargebäuden ein Labor, Personalräume, einen Bereich für Technik und einen Abschiedsbereich geben.

Außerdem:

  • Elektrischer Brunnen, Wassertank und Zisterne
  • Parkplätze wie in der Zeichnung dargestellt
  • einem Kinderspielplatz
  • einen Oeltank
  • einen bauseits gestellten Container mit einem Dieselaggregat, der zum Hausanschlußraum leitungsmäßig angeschlossen wird zur Versorgung aller Gebäude und als Ergänzung zu den Sonnenkollektoren etc.

Die Außenmaße der Gebäude sind:

  • Gebäude A = 38,18 m x 11,20 m mit Vordach
  • Gebäude B = 17,18 m x 6,13 m
  • Gebäude C = 10,15 m x 7,28 m zzgl. 3,01 m x 5,80
  • Gebäude D = 13,18 m x 8,59 m zzgl. einer Verlängerung von2,80 m x 8,59 m
  • Gebäude E = 8,00 m x 8,50 m
  • Wächternebengebäude = 3,17 m x 3,17 m

Die Gebäude A und B haben einen umlaufenden Gang und einen Dachüberstand. Ferner sind die Gebäude A und B und A und D überdacht verbunden.

So wird es erhalten:


Die Nachhaltigkeit des Projektes wird u.a. durch folgende Punkte sichergestellt:

Die neue Krankenstation wird an die Präfektur (=staatliches Gesundheitsamt) übergeben und ist damit in staatlicher Hand. Den Unterhalt und die Versorgung übernimmt der Staat Guinea. Sie soll die medizinische Basisgesundheitsversorgung der Menschen in den umliegenden Dörfern sicherstellen. Dieses betrifft 10.000 Einwohner. Die medizinische Versorgung umfasst vor allem die Betreuung von Schwangeren, die Geburtshilfe, die Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit sowohl internistischen bzw. wie auch chirurgischen Erkrankungen. Die Station wird von einem allgemein ausgebildeten, staatlichen Mediziner betreut, der vertiefte Basiskenntnisse im internistischen, pädiatrischen, infektiologischen, chirurgischen und auch gynäkologischen Bereich hat (Allgemeinmediziner).

Ein Arzt und mindestens zwei Krankenpfleger, die Hebamme sowie andere paramedizinische Personen werden vom Staat bezahlt (Garantieerklärung des Staates Guinea liegt vor).

In Guinea ist es üblich, auch in den staatlichen Krankenstationen von den Patienten einen kleinen Obolus zu verlangen. Diese Einnahmen werden für den Unterhalt der Gebäude und der Bezahlung des zusätzlichen Personals (Wächter, Reinigungskräfte, technisches Personal, Kassierer usw.) eingesetzt. Bei unzureichenden Einnahmen gibt es hierfür Hilfen des Staates (liegt uns schriftlich vor).

Die Einwohner von Dombiadji haben einen Verein gegründet, der für den Erhalt der Krankenstation verantwortlich ist. Sie haben sich verpflichtet, sich ehrenamtlich beim Unterhalt der Krankenstation im Rahmen dieses Vereins einzubringen.

Ebenso ist der Distriktgouverneur der Lions für diese Station administrativ zuständig. Der Lions Club Karokarounde in Conakry hat regelmäßige Besuche und Kontrollen der Anlage zugesagt und bringt sich in das Projekt ein.

Finanzierung – so wird es realisiert:


Die Finanzierung (veranschlagt für dieses Projekt sind 223.000,00 €) basierte auf fünf Säulen:

  • 1. vielen großzügigen kleinen und großen Privatspenden,
  • 2. der Fördergesellschaft des Lions Club Datteln-Waltrop e.V.,
  • 3. dem Zuschuss vom Lions Distrikt Westfalen-Lippe,
  • 4. eine großzügige Spende einer Stiftung,
  • 5. dem Zuschuss der Stiftung von Lions International (LCIF).

Sicherlich wird durch den Beitrag u.a. deutlich, wie dringend es ist, das Projekt jetzt zügig zu vollenden. Durch Corona haben wir viel Zeit verloren. Für die Durchführung vor Ort benötigen wir einen Partner. Mit Africa Expert, eine Firma mit Sitz in Saarbrücken, haben wir einen Partner gefunden, der uns vor Ort und in Deutschland unterstützt und der darauf spezialisiert ist, derartige Projekte in Afrika zu realisieren.

Wir haben jetzt die Baugenehmigung und alle anderen erforderlichen Genehmigungen. Trotz der augenblicklichen Regenzeit soll mit dem Bau voraussichtlich noch im August 2020 begonnen werden. Die Bauzeit wird ca 4 Monate betragen. Evtl. Verzögerungen sind aber durch die Regenzeit und die Corona-Pandemie denkbar.

Mit der Stiftung der Deutschen Lions in Wiesbaden haben wir einen weiteren Partner, der die Anträge für Lions International bearbeitet hat und der darauf achtet, dass die Gelder wirklich für den vorgesehenen Zweck verwandt werden.

Wir würden gern weitere Spenden einsammeln. Wenn Sie sich hier ebenfalls engagieren möchten:

Spenden sind möglich unter dem Stichwort “Guinea” bei

der Volksbank in Waltrop für die Fördergesellschaft des Lions-Clubs Datteln-Waltrop e.V

IBAN: DE19 4266 1717 1400 4889 00

Bitte geben Sie im Verwendungszweck außerdem eine Adresse an, damit Ihnen eine Spendenbescheinigung zeitnah zugesandt werden kann.


Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele gemeinsam!


Dietmar Neuhäuser übernimmt die Präsidentschaft für das Lions-Jahr 2020/2021 und stellt sein neues Motto seinen Lionsfreunden vor.